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Unsere Geschichte

Die Gemeinschaften

Nicht nur in der St. Ingberter Gegend, sondern überall in Deutschland herrschte Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland ein großes Verlangen der Menschen, mehr von der Botschaft des Evangeliums zu erfahren.

In der Pfalz war es insbesondere der Pfälzische evangelische Verein für innere Mission, der heutige Evangelische Gemeinschaftsverband Pfalz e. V. (gegründet 1871), der durch hauptamtlich angestellte Prediger neue Wege ging, um den Menschen den christlichen Glauben nahezubringen. Im Freien, in Wirtshaussälen, in Kirchen wo immer sich die Gelegenheit bot - wurde das Evangelium in erwecklicher Form verkündigt. Zahlreiche Menschen erlebten durch eine bewusste Hinkehr zu Jesus Christus eine Erneuerung ihres Lebens und fanden eine tragendes Fundament für ihre Zukunft. Auch überall in der Pfalz entstanden kleinere oder größere Gruppen, sogenannte "Gemeinschaften", in denen sich Menschen trafen, um gemeinsam die Bibel zu lesen und zu beten. In den Städten wurden Stadtmissionen ins Leben gerufen, die die neuen Kreise in den Städten und ihrem jeweiligen Umland betreuten.

Die Arbeit vor 1895

Schon bevor in St. Ingbert im Jahr 1895 die erste Bibelstunde stattfinden konnte, war die Umgebung durch die Tätigkeit der Reiseprediger Adam Wisswässer, Adam Ewald und des Zweibrücker Predigers Ludwig Scheuermann evangelistisch erfasst worden. Ewald zum Beispiel unternahm schon 1882 erstmals eine Predigtreise nach Sulzbach und Wiebelskirchen. Im Jahr 1888 und in den beiden darauf folgenden Jahren sprach er zweimal jährlich im Schulsaal in Hassel und legte so den Grundstein für das Entstehen der dortigen Gemeinschaft.

In Kirkel-Neuhäusel geht die Gemeinschaftsarbeit auf den dortigen Pfarrer Konrad Jakob Weyland zurück, der im Jahr 1888 eine Kleinkinderschule (einen Kindergarten) sowie eine Handarbeitsschule ins Leben rief, die durch Diakonissen des Mutterhauses Nonnenweier in Baden geleitet wurden. Diese beiden Einrichtungen bildeten schon bald die Keimzelle einer neuen Gemeinschaft, deren Betreuung durch den Zweibrücker Prediger Ludwig Scheuermann übernommen wurde.

In Breitfurt begann die Gemeinschaftsarbeit um 1890 durch das Wirken des Reisepredigers Adam Wisswässer. Urkundlich nachgewiesen ist sie erstmals im Jahr 1893.

1909: Der neue Bezirk St. Ingbert

Die Stadtmissionsarbeit in St. Ingbert war keine leichte Geburt. Prediger Scheuermann aus Zweibrücken, der damals das gesamte Gebiet zwischen Sulzbach und Pirmasens betreute, hielt bereits regelmäßig Stunden in Sulzbach, Schnappach, Hassel und Kirkel-Neuhäusel. In St. Ingbert wollte er vor dem Beginn einer Bibelstunde zuerst das Einvernehmen des dortigen Pfarrers Gottschall einholen. Doch dieser nahm eine strikt ablehnende Haltung ein. So zögerte Scheuermann immer wieder das Projekt hinaus, bis ihn schließlich die Leute in St. Ingbert so sehr drängten, dass er 1895 den ersten Schritt wagte und es zu der anfangs erwähnten ersten Bibelstunde im Hause Grimm in der Gartenstraße kam.

Die Gemeinschaftsarbeit im St. Ingberter Raum war schließlich so sehr gewachsen, dass der Pfälzische evangelische Verein für innere Mission im Jahr 1909 einen eigenen Prediger, Georg Ritter, in St. Ingbert einsetzte. Dies war der Beginn des eigenständigen Bezirks St. Ingbert.

Die Häuser

Schon in der Anfangszeit spielte auch das soziale Engagement der Gemeinschaftsmitglieder eine wichtige Rolle. So wurde an vielen Orten der Pfalz ein Modell entwickelt, bei dem die Gemeinschaften und Kleinkinderschulen im gleichen Gebäude untergebracht waren. Das Missionshaus in Kirkel-Neuhäusel wurde 1900, das in Hassel 1902 und das in Breitfurt 1910 eingeweiht. Alle drei Häuser beherbergten auch eine Kleinkinderschule.

Was noch fehlte, war eine zentrale Versammlungsstätte für den gesamten Bezirk. Doch diese konnte schon bald in St. Ingbert errichtet werden. Das Stadtmissionshaus in der Johannisstraße 15 wurde am 19. November 1911 eingeweiht.